Geschichte des Fechtens

Im allgemeinen Verständnis ist Fechten die Kunst, eine blanke Waffe zu führen. Seit Jahrhunderten war Fechten entweder eine Möglichkeit sich zu verteidigen oder einen Wettkampf auszuüben. Im alten China wurde die Handhabung der Kriegswaffen von Fechtmeistern unterrichtet. Meistens, wie bei den Griechen und Römern auch, wurde solcher Unterricht an Krieger und Kinder erteilt, um die Techniken, die auf dem Schlachtfeld benützt wurden, zu verbessern. 

Eine der ältesten Überlieferungen des Fechtens als Wettkampf ist zweifellos die Darstellung im Tempel von Medinet-Habu in Ägypten, der um 1190 v. Chr. von Ramses II errichtet worden ist. Man sieht darauf die Durchführung eines Wettkampfes mit Jury und mit Maske und Handschuhen ausgerüstete Fechter.

Der moderne Fechtsport hat seinen Ursprung in Spanien. Dort wurde ein leichter Degen mit Namen "colichemarde" entwickelt. Die Italiener brachten Verbesserungen an und Marozzo verfasste 1536 das erste Lehrbuch über das Fechten. Unter König Louis XII. wurde die Fechtkunst praktisch eine französische Angelegenheit.

Das Fechten hat sich im Laufe seiner Geschichte hauptsächlich zur Stichwaffe in verschiedenen Varianten wie Rapier, Degen oder Florett hin entwickelt. Demgegenüber wurde der Säbel als Hieb- und Stichwaffe im Allgemeinen vom Militär, insbesondere den ungarischen Kavalleristen, benützt.

An den ersten Olympischen Spielen in Athen 1896 war das Fechten bereits im Programm. Man musste allerdings bis 1906 warten bis Regeln über die Gefechte aufgestellt wurden.

Das Sportfechten gab es in der Schweiz bereits um 1818 in Zürich. Der erste Club, der "Haudegen", wurde 1825 in Zürich gegründet. Von da an erlebten eine Vielzahl von Städten und Kantonen das Aufblühen von Vereinen: Genf (1862) mit der Fechtgesellschaft, das Tessin (1866), Basel (1877), La-Chaux-de-Fonds (1883), Luzern (1946). Diese Liste ist bei weitem nicht vollständig.

Am 24. Januar 1914 wurde auf Initiative von neun Gesellschaften und Vereinen der Schweizerische Fechtverband (SFV) gegründet. Heute sind dem SFV 48 Vereine mit 2500 lizenzierten Fechtern angeschlossen.